NLP Technik – Ankern

Ankern ist einer der zentralen Bereiche aus dem NLP Practitioner. Das Grundprinzip ist einfach und schnell erklärt.

Eine bestimmte Emotion (positiv wie negativ) wird auf dem Höhepunkt der Intensität mit einer bestimmten Bewegung oder einer kurzen Folge von Bewegungen verknüpft - geankert. Neurologisch ist jetzt die festgelegte Bewegung mit der jeweiligen Emotion verknüpft. Führt man nun diese Bewegung wieder aus, so nimmt man automatisch auch die damit verankerte Emotion wieder wahr.

Und Sie kennen das bereits aus Ihrem Leben:

Sie hören im Radio einen bestimmten Song und denken sofort an eine bestimmte Situation, in der sie ihn gehört haben.
Sie nehmen das Parfüm einer Person wahr und fühlen sich an jemanden erinnert, der auch diesen Duft hatte.
Das Telefon klingelt und erkennen eine bestimmte Stimme - Sie beginnen zu lächeln (oder auch nicht...)
Sie riechen Plätzchen zur Weihnachtszeit und denken augenblicklich an Ihre Kindheit

All diese Situationen führen das Beispiel des Ankerns vor Augen. Es gibt massig Beispiele dafür und es zeigt WIE präsent das Prinzip vom Ankern in unseren Leben ist.

Es geht sogar noch einen Schritt weiter. Viele Worte für sich sind Anker. Lesen Sie einmal die folgende Liste von Worten langsam nur für Sie selbst:

- Elephant
- Zitrone
- Bier
- Gewitter
- Konzert
- Spitzenwäsche
- Sommerurlaub

Sie haben mit jedem dieser Worte mindestens eine Assoziation, die irgendwann einmal verankert wurde.

NLP Technik Ankern

Was hat all das mit NLP Techniken und Ankern zu tun?

Eine der Grundannahmen des NLP ist, dass Sie bereits alle Ressourcen, die Sie benötigen, besitzen. Stellen Sie sich einen Anker vor wie einen Knopf, den Sie einmal installieren und dann, je nach Ihrem Bedarf, abrufen/drücken können wenn Sie ihn benötigen (bzw. den Zustand oder die Emotion).

Hier sind ein paar Beispiele wie Sie das Ankern als NLP Technik für sich selbst nutzen können, einfach und direkt:

Sie verwenden Ihre Betonung für Intonations-Anker

Ca. 38% der Bedeutung und Gewichtung in der Kommunikation liegt bei der Betonung. Nur 7% machen Worte aus. Bestimmte Worte, Redewendungen und Ausdrücke werden immer unterschiedlich betont wenn Sie sprechen. Das meiste davon verläuft sehr unbewusst und wird im normalen Sprachgebrauch womöglich gar nicht wahrgenommen. Unterbewusst jedoch spielen diese kleinen Feinheiten eine große Rolle und erzielen eine starke Wirkung.

Was Sie mit Ihrer Stimme unterschiedlich betonen können:
- Sie können positive oder negative Stimmungen erzeugen
- Sie können in einer Geschichte die Charaktere unterschiedlich wirken lassen
- Sie können spezifische Zustände ankern
- Sie können getrennt voneinander das Bewusste und/oder das Unbewusste ansprechen

Sie verwenden visuelle Anker, speziell durch Mimik und Gestik

- Kreieren Sie einen visuellen „Mülleimer“ für negative Einstellungen und Zustände
- Sie schaffen sich eine Gedächtnisstütze durch Verwendung derselben Mimik / Gestik
- Sie können den eigenen und den Zustand einer anderen Person ankern

Gesten sind sehr machtvoll. Jeder Mensch hat sehr individuelle und fest eingefahrene Rhythmen und Abläufe, die Gesten unweigerlich mit einbeziehen. Meist läuft das Ganze sehr, sehr unbewusst ab und der Großteil der Menschen ist sich der eigenen Bewegungsabläufe überhaupt nicht bewusst.

Verwenden Sie Ihre Gesten bewusst, verdeutlichen Sie sich wann Sie welche Bewegung einsetzen und nutzen Sie es gezielt, um für sich selbst und andere unterschiedliche Zustände zu kreieren.

Sie verwenden Schlüsselworte anderer Personen

Ein Schlüsselwort ist für eine Person immer von besonderer Bedeutung. Sie können Sie leicht herausfinden. Achten Sie einfach darauf welche Worte besonders häufig verwendet werden, in verschiedenen Zusammenhängen und mit starker emotionaler Intensität (positiv wie negativ). Dann verwenden Sie genau diese Worte, um auf die Ressourcen der anderen Person zuzugreifen. Ihre Verbindung wird zwangsläufig tiefer.

Genauso funktioniert es andersherum. Sie selbst haben und nutzen bestimmte Schlüsselworte, die für SIE besondere Bedeutung haben.

Und worauf ist beim NLP Ankern zu achten?

ELIZITIEREN
Achten Sie darauf, dass der Zustand „rein“ ist. Wenn Sie einen Zustand der Neugierde z.B. ankern möchten, sollten Sie (oder die andere Person) tatsächlich sehr neugierig sein in diesem Moment (auch wenn es künstlich herbeigeführt wird). Der Anker ist besser je „reiner“ der Zustand ist. Dieser Punkt wird häufig auf Kosten von Ungeduld oder mangelnder Erfahrung ungenügend ausgeführt.

TIMING
Kurz vor dem Höhepunkt des Zustands setzen Sie den Anker. Wichtig ist vor allem ihn nicht zu spät zu setzen, sonst klingt die Intensität des Zustands bereits wieder ab. Ist der Zustand allerdings am Steigen, so ist es deutlich effektiver. Timing ist sehr wichtig!

GENAUIGKEIT
Egal ob Sie nun Worte, Betonung, eine Geste, Mimik oder eine Berührung ankern möchten. Seien Sie beim Setzen des Ankers so genau wie möglich. Sie müssen später in der Lage sein, den Anker genau so wieder abrufen zu können. Diese Genauigkeit zählt!

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