„Selbstdisziplin, wo bist du?

Warum es manchmal schwer ist sich aufzuraffen und was man dagegen tun kann.

Wer kennt es nicht: Das Gefühl dass man mehr tun sollte. Egal ob es sich dabei um die Neujahrsvorsätze handelt, alte Freunde zu kontaktieren, endlich Französisch zu lernen oder seine Arbeite schneller und effizienter zu erledigen. Verantwortlich dafür ist die Selbstdisziplin. Während es nicht schlimm ist, wenn man seine Freizeit lieber auf dem Sofa verbringt, anstatt neue Projekte zu starten, kann mangelnde Selbstdisziplin in anderen Bereichen aber schwere Auswirkungen haben. Gerade Studenten, Freiberufler und alle, die in ihrer Arbeit sehr viel Freiheit, betreffend des Zeit- und Aufgabenmanagements haben, sollten nicht nur, sondern müssen Selbstdisziplin haben.
 

 
Selbstdisziplin, Motivation und Prokrastination

Selbstdisziplin, genauso wie Selbstkontrolle, ist ein eigenkontrolliertes Verhalten, das Anstrengungen aufwendet, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen und dabei äußeren und inneren Einflüssen trotzt. Dabei kann es sich um selbstgesteckte Ziele, wie z.B. Diät halten oder auch das Einhalten einer arbeitsbedingten Deadline, handeln. Selbstdisziplin ist so auch eng mit Ordnung, Selbstorganisation und Zeitmanagement verbunden. Viele Menschen verbinden den Begriff (Selbst-)Disziplin aber mit negativen Assoziationen wie Stress und Druck. Selbstdiszipliniertes Verhalten hängt aber mit Organisation, Gewissenhaftigkeit und gut bedachte Entscheidungen zusammen; Fertigkeiten, die dabei helfen Stress und Druck zu vermeiden.
Dennoch ist mangelnde Selbstdisziplin ein Problem, das wohl den meisten bekannt vorkommt. Zwei Faktoren, die stark auf die Selbstdisziplin einwirken, sind die Motivation und die Prokrastination.
Motivation ist ein wichtiger Motor, der uns dazu bringt Dinge zu tun, auch Dinge die wir eigentlich nicht tun wollen. In der Motivationsforschung gibt es viele Ansätze, die sich damit beschäftigen woher Motivation kommt, aber das entscheidende Problem ist: Ist die Motivation nicht da, ist sie nicht da. Dann muss man sich überwinden und die Selbstdisziplin ist noch mehr gefordert denn je. Anders gesagt, je motivierter man ist, desto leichter kann man Selbstdisziplin aufbringen. Das kann man sehr gut an dem Beispiel sehen, dass manch einer sehr undiszipliniert ist, was seine Arbeit angeht, aber es trotzdem mehrmals wöchentlich schafft seinen Hobbys nachzugehen.
Auch die Prokrastination, das Aufschiebeverhalten, spielt hier mit hinein. Mangelnde Selbstdisziplin kann verschiedene Ursachen haben. Hat man eine Blockade Aufgaben zu erledigen, sei es physischer oder psychischer Art, neigen viele Menschen dazu zu prokrastinieren, sich mit allem anderen zu beschäftigen als mit ihren tatsächlichen Aufgaben: Putzen statt arbeiten, endlos Wikipedia Einträge lesen, E-Mails umsortieren oder einfach alles tun, was man tun kann, um die tatsächliche Aufgabe zu vermeiden.

Selbstdisziplin in den Griff bekommen

Um die Selbstdisziplin zu verbessern, ist es vor allem wichtig, dass man sich seine eigenen Arbeitsstrategien bewusst macht. Dazu gehört es auch über die Ursachen nachzudenken, warum man manche Tätigkeiten nicht machen will oder nicht machen kann oder sie nach hinten verschiebt. Wichtig ist auch sich selbst zu fragen, ob man überhaupt undiszipliniert ist oder nur unrealistische Erwartungen an sich hat.

Blockaden überwinden
Wenn man in einem bestimmten Bereich keine Selbstdisziplin aufbringen kann, sollte man sich klarmachen, was die Ursachen sind. Hat man Angst zu versagen? Steckt man fest? Kommt man an einer Aufgabenstellung nicht weiter? Sich die Ursache zu realisieren, kann weiterhelfen, das eigene Verhalten zu ändern.

Rahmenbedingungen schaffen
Wer sich den Ursachen bewusst ist, warum eine Aufgabe so schwer zu bewältigen ist, sollte auch Rahmenbedingungen schaffen, die bei der tatsächlichen Ausführung des Aufgabe helfen. Dabei kann es sich zum Beispiel um eine Anpassung des gesetzten Zeitrahmens handeln: Ist mein Zeitmanagement realistisch? Auch kann es helfen, den Arbeitsplatz dementsprechend verändern, so dass man eine Atmosphäre hat, in der man lieber arbeitet. Manchmal muss man auch realisieren, dass man alleine nicht mehr weiterkommt, und dass man jemanden um Hilfe bitten muss, sei es um praktische Hilfestellung oder hilfreiche Informationen.

Sich selbst belohnen
So kindisch es auch ist, viele Menschen denken, dass immer alles Spaß machen muss. Das wäre schön, ist aber leider nicht so. Deswegen muss man sich manchmal einfach hinsetzen und die langweiligsten Aufgaben erledigen. Helfen kann es dabei, sich selbst Belohnungen zu versprechen. Das steigert die Motivation und das Glücksgefühl, wenn die Aufgabe bewältigt ist.

Selbstdisziplin trainieren
Selbstdisziplin kann man auch trainieren. Am Anfang sollte man sich nicht gleich zu viel für einen vornehmen, sondern realistische und leicht zu bewältigende Ziele setzen, die man im laufe der Zeit immer mehr ausweiten kann.

Ein gewissen Maß an Selbstdisziplin braucht jeder. Wie weit man aber gehen will, hat vor allem mit der eigenen Motivation und mit dem was man erreichen will zu tun. Aber aufpassen, mit der Selbstdisziplin kann man es auch übertreiben und im übertriebenen Perfektionismus landen. Wichtig ist auch sich nicht selbst zu überfordern: Wer selbst seine Arbeit selbst managt, muss sich auch selbst Pausen und Erholung gönnen.
 

 
Dieser Beitrag wurde geschrieben von Eva Mattern, Content Editor bei Springest, der neuen unabhängigen Online-Plattform zum Vergleich von Fort- und Weiterbildungen.
(16.04.2012)

Leave a Comment: