Andere überzeugen können

Andere überzeugen mit der richtigen Taktik

Wie effektiv Sie andere überzeugen, beginnt mit dem Stellen der richtigen drei Fragen:

1. Was möchten SIE, was der andere denkt?
2. Was möchten SIE, was der andere fühlt?
3. Was möchten SIE, wovon der andere überzeugt ist?

In Seminaren wird gern folgendes Experiment durchgeführt:

Alle Teilnehmer werden gebeten sich im Raum umzusehen und versuchen sich alles zu merken was BRAUN ist (die Farbe ist natürlich immer anders). Niemand darf sich etwas aufschreiben o.ä. Nur schauen - alles was BRAUN ist. Im ganzen Raum, nur BRAUN.

Anschließend schließen alle die Augen und zählen mit geschlossenen Augen alles auf was im Raum GRÜN ist...

Die meisten Teilnehmer können nun eine ganze Reihe von braunen Dingen aufzählen aber keine (oder so gut wie keine) grünen Dinge, die ganz zweifellos vorhanden sind. Das Gehirn sucht nach den Dingen, die es aufgetragen bekommen hat. Dadurch werden andere gar nicht erst wahrgenommen.

Andere überzeugen - und das Gehirn dafür nutzen!

...genauer gesagt: Die Funktionsweise des Gehirns.

Sie nehmen jeden Tag eine wahre Menge an Informationen auf. Und das, wovon Ihnen Ihr Gehirn sagt, dass es momentan nicht wichtig ist *grün* wird dabei natürlich nicht wahrgenommen.

Ein ähnliches Experiment wurde schon mehrfach in Schulen durchgeführt. Was dabei herauskam, war folgendes: Lehrer, die über bestimmte Schüler eine Meinung bzgl. bestimmter Verhaltensweisen hatten, sahen diese immer wieder bestätigt. Andere Lehrer, die davon nichts wussten, kamen auf diese Verhaltensweisen nicht einmal zu sprechen.

Die Lehrer aus diesem Experiment sahen, was Sie erwarteten zu sehen.

In dem Moment, in dem Sie eine Entscheidung getroffen, sich eine Meinung gebildet oder eine emotionale Verbindung (positiv wie negativ) aufgebaut haben, filtern Ihr Gehirn Ihre Wahrnehmung bgzl. dieser Faktoren.

Das Gehirn funktioniert auf diese Weise - ähnlich einer Suchmaschine. Würde das Gehirn so nicht arbeiten, müsste es jedesmal neu lernen was „ist“ und wie das Ganze zu bewerten sein könnte.

Ohne diese Filter gäbe es eine Reizüberflutung (Wie Sie dies nutzen, um andere überzeugen zu können folgt...). Zwei Dinge sind hier zunächst wichtig:

- Wir sehen, was wir zu sehen erwarten.
- Wir sehen fast immer, was wir aufgetragen bekommen zu sehen.

Experimente wie die beiden genannten gibt es in unterschiedlichen Facetten und Varianten. „Weintests“ mit überklebten Schildchen (wo sogenannte Wein“experten“ auf einmal den billigsten Wein am besten finden, nur weil das Etikett etwas anderes vermuten lässt) sind dabei genauso interessant wie beispielsweise „Eheprobleme“, in denen ein Partner auf einmal ein Verhalten am anderen entdeckt und dieses ausschließlich wahrnimmt - weil er/sie danach schaut.

Auch hier wird deutlich, dass Menschen...

- wirklich sehen was sie zu sehen erwarten
- wirklich fühlen was sie erwarten
- wirklich sehen was gesagt bekommen haben

Hier ist noch ein interessantes und bekanntes Video zu diesem Thema:

Die Kraft und Wirkung ungeteilter Aufmerksamkeit bzgl. Überzeugungen, Wahrnehmung und Suggestionen ist unglaublich!

Wie SIE dies nutzen, um andere überzeugen zu können

Aufgrund der beschriebenen Experimente leitet sich für Sie vielleicht schon ab wie Sie effektiv andere überzeugen können. Sie können die Gedanken und die Aufmerksamkeit anderer gezielt darauf lenken, was für Sie wichtig ist. Fragen Sie sich im Vorfeld:

Worauf möchte ich die Aufmerksamkeit meines Gegenübers lenken?
Was soll er / sie sehen, fühlen und in welche Richtung möchte ich seinen / ihren Fokus lenken?

Fast noch wichtiger ist die Vorüberlegung in welche Richtung Sie die Aufmerksamkeit der anderen Person NICHT lenken möchten (denken Sie an „braun“ und „grün“).

So funktioniert es praktisch

Um andere überzeugen zu können in der Praxis, verwenden Sie beispielsweise eine Formulierung wie diese:

Mir ist wichtig, dass wir uns besonders darauf konzentrieren wie wir / Sie / ich... x,y,z.

Das ist denkbar einfach. Achten Sie darauf, dass Sie nicht versehentlich die Aufmerksamkeit Ihres Gesprächspartners darauf lenken was Sie NICHT möchten, wie in Folgendem Satz:

Mir ist wichtig, dass wir ... und dass wir auf keinen Fall a,b,c.

Dieser Satz klingt recht ähnlich, nur, dass Sie Ihrem Gegenüber klar gemacht haben was er nicht tun soll. In dem Moment wo Sie es aussprechen, kann es jedoch passieren, dass die Aufmerksamkeit in genau diese Richtung geht. Warum? Die Worte sind gesprochen und werden gehört. Die Assoziationen, die jetzt von Ihrem Gegenüber gemacht werden, können Sie nur noch bedingt beeinflussen.

Wenn ich Sie bitte jetzt NICHT an einen rosa Elefanten zu denken, sondern an ein gelbes Taxi, so riskiere ich, dass Ihre Aufmerksamkeit mindestens geteilt ist. Also erwähne ich den rosa Elefanten erst gar nicht und spreche ausschließlich vom gelben Taxi.

Die Botschaft ist also denkbar einfach

In jeglicher Kommunikation lenken Sie die Aufmerksamkeit und die Wahrnehmung anderer Personen. In welche Richtung Sie andere überzeugen oder auch nicht, bestimmen Sie also maßgeblich selbst. Die Wahl der Worte in einem Gespräch sind von größerer Bedeutung als die meisten annehmen, denn: Gesagt ist Gesagt!

Versuchen Sie sich zu merken, dass Sie jedesmal in einem Gespräch automatisch den Fokus der anderen Person lenken. Allein sich daran zu erinnern, hilft in diesem Bereich besser zu werden. Um andere überzeugen zu können ist dies eine sehr einfache „Technik“, die jedoch sehr wirkungsvoll ist. Wie wirkungsvoll, sehen Sie daran, wenn Menschen in Fettnäpfchen tappen und Themen anschneiden, von denen sie nie die Absicht hatten, dass darüber überhaupt gesprochen werden soll.

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